Tannikon

Beschribung gemeiner Eydgnosschaft

von Konrad Türst (entstanden zwischen 1495 und 1497)

 

Türst stellt das Gebiet der heutigen Schweiz dar, wie man es aus der Höhe über Basel in Richtung Südosten vor sich ausgebreitet sähe. Das Blickfeld ist im Uhrzeigersinn um den Punkt Bern um 35° gedreht,

also die westliche Gegend nach Norden, die östliche nach Süden verschoben (Balmer, 1972).

 

Es ist die früheste, erhaltene Karte der Schweiz.


Tänikon, Tanninchova (althochdeutsch: bei den Höfen der Tanninger oder den Nachfahren des Tannos), Denikhen, Tenniken, Dänikon, Denikoven, Tennichon oder Tannikon ...

 

Eine einheitliche Bezeichnung gab es lange nicht. Schon gar nicht im 13. Jh. Ich habe Tannikon gewählt auf Basis der Resultate der schweizerischen Ortsnamenforschung, die eine Quelle von 1223 für dafür anführen (ortsnamen.ch). 

 

In einer Chronik sagt ein unbekannter Verfasser 'Denikhen liegt in der Landgrafschaft Thurgeuw und Constantzer Bistumb, zwei Stund ob Frauenfeld, zwei Stund unter Fischingen und eine Stund von Ellg' (Rahn & Nater, 1906, S.29).

 

Tänikon wird urkundlich 789 zum ersten Mal als Gerichtsstätte erwähnt. Tänikon war in Besitz des Klosters St. Gallen, das es den Grafen von Rapperswil zu Lehen gab. Weil es aber von deren Wohnsitz zu weit weg war, übergaben sie es den Edlen von Bichelsee als Afterlehen. 

Ausschnitt der Karte um Tänikon


Nach den ältesten Urkunden des Klosters Tänikon bestand vor der Inkorporation in den Zisterzienserorden ein Schwesternhaus, dessen Insassen ohne bestimmte Regel lebten. Man nimmt an, sie seien Beginen gewesen und hätten in der Mühle oder in einem 'schlechten Häusli by der Capellen' gelebt (Rahn & Nater, 1906, S.38). Allerdings gibt es im heutigen Guntershausen ein Altklosterviertel, dessen Namen möglicherweise auf dieses erste Beginenhaus hinweist. Zehnder (1992) spricht von einer Anlage, etwas 400 m östlich des später entstandenen Klosters.

Für meinen Roman bin ich von dieser Annahme ausgegangen. Das Bernhardshûs stand also etwas abseits von Tänikon, auf einer kleinen Anhöhe.

Obwohl von (weiteren) Höfen nichts bekannt ist, habe ich die Gerichtsstätte Tänikon zu deren Mark Gunterhausen, Maischhausen, Ifwil und Ettenhausen gehörten, zu einem kleinen Dorf gemacht. Zu 'meinem' Tannikon gehören 1228 sieben Höfe und eine Mühle.